Und wo bist du jetzt?
12. August 2008 um 12:20 UhrDa bin ich. Diesmal ausgeschlafen. Angekommen.
Da bin ich. Diesmal ausgeschlafen. Angekommen.
Mein Flug wurde gestrichen. Ich sitze in einem Hotel in Melbourne und hoffe, dass die Fluggesellschaft (Jetstar/Qantas) einen Flug für morgen organisiert. Meinen Weiterflug von Bangkok nach Deutschland habe ich damit verpasst. Ein neuer Plan muss her. Seht, und das ist das tolle am Reisen, man weiß nie was als Nächstes passiert und es bleibt immer spannend … oder etwas verbittert.
Ich habe keine Wahl. Ich habe keine Wahl. Tüten aus Plastik. Koffer, Jacken und Flaschen aus Leder. Telefonierende Frauen mit Handtaschen. Ein kleiner Junge der das Geschehen auf dem Flughafen durch die großen Glasfenster bestaunt. Ein komischer Typ ohne Schuhe aber Kopfhörern und einem Laptop. Wartend auf den nächsten Flieger verbringe ich meine Zeit mit dem Beobachten der Passagiere. Dabei schießen mir unaussprechliche Gedanken durch den Kopf. Keine Fragen bleiben offen. Nur Antworten die man noch nicht weiß. Komm lass uns nach Sydney fliegen. Yeah!
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Das Osterwochenende habe ich nach einer 5 stündigen Autofahrt mit meinen Mitbewohnern auf einem mehrtägigen Festival im Staat ‘New South Wales’ verbracht. Im Schlamm baden, daraufhin tanzen, zur Erfrischung in den Fluss springen um sich dann ins Saunen-dunst Zelt zu begeben. Ein kleiner Markt, viele Workshops (Arbeitsgruppen) und haufenweise Zelte irgendwo mitten im Wald - das nennt sich “Confest”.
Dann war ich im Deutschen Konsulat in Melbourne, denn ich sollte mir einen Identitätsnachweis ausstellen lassen. “Bitte nehmen Sie dort Platz.” Ok, das bedeutet warten…und warten. Kurz bevor das Konsulat schließt, fängt man dann an zu arbeiten, weil sie anscheinend schnell nach Hause müssen und so bekomme ich nach stundenlangen Warten, kurz bevor sie schließen, eine Fotokopie meines Reisepasses (für die ich $8.50 zahlen muss). Noch ein Stempel und eine Unterschrift und dann nennt sich das Identitätsnachweis (bin ich wirklich ich?). Deutsche Bürokratie kotzt mich an! Weiterlesen »
die Abenteuer in Tasmanien sind vorbei. menschen überall, Geschäfte, es ist laut. hohe Gebäude drücken mich in mit Graffiti gestaltete Gassen. schlafen auf einer Couch die sich auf einem Dach befindet. lichter. eine millionenStadt bei Nacht. laufen, stehen, gehen, stehen, drehen. das Schlafen vergessen. bibliothekausweis. bei Aldi einkaufen. auf dem Markt Gemüse, Käse und Eier erwerben. ein Fahrrad zusammen bauen. fluchende Frauen. an einer Schreibmaschine Buchstaben hacken. sätze schreiben die mit mittelbUchstaben beginnen. verwirrung. kaffee! filmfestival. kopfschmerzen. muSik. dryburgh street. Party! abwaschen. ich wohne in einer WG in einem grünen Haus in Melbourne mit Loretta, einer Kunststudentin, … Zola, einer Studentin die erst Musik studiert und dann zu Geschichte wechselt, einer Tekkno-Frau die gar keine ist und Fina die eigentlich schon ausgezogen ist. plus all dem was sonst noch in einer wahren Wohngemeinschaft umherfleucht und seucht.
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Mitten drin statt nur dabei. Auf meiner Karte habe ich eine Insel entdeckt die komplett als Nationalpark gekennzeichnet ist. Da muss ich hin, dachte ich mir und ein paar Stunden spaeter hielt ich ein $50 Ticket in der Hand fuer eine Faehre nach Maria Island. Alles was man auf die Insel schleppt muss beim Verlassen wieder mitgenommen werden, inklusive jeglichem Muell. Da es dort keine Geschaefte oder aehnliches gibt muss man benoetigte Verpflegung selbst mitbringen. Dabei hatte ich eine Banane und 3 Scheiben Knaeckebrot.
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Ich habe mir eine Tasmanien Karte gekauft und ein Zelt von Yvonne geborgt. Dann packte ich das Nötigste in meinen Rucksack, um die nächsten Tage, vielleicht Wochen, durch Tasmanien zu trampen. Ein konkretes Ziel auf dieser Insel habe ich noch nicht aber das ergibt sich schon, wenn ich erst mal im Sonnenschein stehe und das erste Auto anhält. Wenn nicht, dann werde ich ein bisschen durch die Wälder und Berge wandern oder durch Seen und Meere schwimmen :)
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Zurück in Launceston hat mich Yvonne + Familie aufgenommen. Sie wohnt mit ihren zwei Kindern Ariel und Tegan auf einem Berg. Ausserdem hausen noch lauter Chinesen hier…und ein Helfer, Eddie aus Hongkong mit dem ich in einem Zimmer wohne. Heute sind wir vom March Forest Festival zurück gekommen.
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Von Launceston ging es mit dem Bus (der auch gleichzeitig Post einsammelt und ausliefert) weiter nordoestlich nach Derby. Dort wohnt Peter im Mutual Valley mitten im Wald ohne Strom. Er hat schon vor 20 Jahren erkannt, dass wir nicht leben koennen so wie wir derzeit leben ohne dabei unseren Lebensraum zu zerstoeren. Also hat er sich einen halben Wald gekauft (50 acre), ein Haus am Fluss gebaut und angefangen Gemuese anzupflanzen.
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Da bin ich wieder. Ein Jahr ist rum seitdem ich im Bahnhof Reinhardsbrunn in einen Zug gestiegen bin der mich zu einem Flieger in Düsseldorf gebracht hat. Seither habe ich viel dazu gelernt und einiges erlebt. Die letzten fünf Monate habe ich im Westen Australiens, in Broome, verbracht. Doch nun geht es endlich weiter, denn heute fliege ich nach Launceston! Mit Zwischenstopp in Perth und Melbourne werde ich dann hoffentlich nach 13 Stunden und 25 Minuten in Tasmanien landen. Ich hatte einige Schwierigkeiten beim Packen meines Rucksacks. Irgendwie scheint der kleiner geworden zu sein und so musste ich einiges aussortieren und zurücklassen. Es ist ein seltsames Gefühl nach so langer Zeit wieder einmal alles hinter mir zu lassen und aufzubrechen. Die halbe Stadt kennt mich mittlerweile und ich habe mich doch irgendwie an einen Alltag hier gewöhnt. Ein Grund mehr mich von diesem Ort zu verabschieden.